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Was ist ein Technical Rider? Kompletter Leitfaden + Beispiel

Du bist für einen Auftritt gebucht. Der Veranstalter schreibt: "Kannst du uns deinen Technical Rider schicken?" Wenn du dann googeln musst, was das ist, bist du nicht allein — aber genau dieses Dokument entscheidet, ob dein Soundcheck reibungslos läuft oder im Chaos endet.

In diesem Leitfaden erklären wir, was ein Technical Rider ist, warum du einen brauchst und woraus er besteht — mit einem komplett ausgearbeiteten Beispiel und den häufigsten Fehlern.

Was genau ist ein Technical Rider?

Ein Technical Rider ist das Dokument, in dem du festhältst, was deine Band technisch braucht, um gut spielen zu können. Es ist das Kommunikationsmittel zwischen dir und dem Tontechniker oder der Veranstaltungsstätte — Menschen, die deinen Act meist noch nie gehört haben.

Genau das ist der Kern: Der Techniker vor Ort weiß nicht, dass eure Drummerin eine Doppel-Bassdrum hat, dass der Keyboarder Stereo will oder dass der Sänger ein In-Ear-Monitoring nutzt. Alles, was nicht im Rider steht, ist eine Überraschung am Tag selbst — und Überraschungen kosten Soundcheck-Zeit.

Ein Technical Rider ist etwas anderes als ein Hospitality Rider (Catering, Garderobe, Backstage). Oft stehen sie in einem Dokument, aber es sind zwei getrennte Welten. Dieser Leitfaden behandelt die technische Seite.

Warum brauchst du einen Technical Rider?

Auch wenn du "nur" eine Coverband oder ein beginnender Act bist, lohnt sich ein Rider sofort:

Woraus besteht ein Technical Rider?

Ein vollständiger Technical Rider enthält in der Regel diese acht Bestandteile.

1. Kontaktdaten

Name, Telefonnummer und E-Mail deiner technischen Kontaktperson (oft der Bandleiter oder euer eigener Techniker). Setze das auf jede Seite — wenn am Tag selbst etwas unklar ist, muss die Veranstaltungsstätte dich sofort erreichen können.

2. Besetzung und Bühnenwünsche

Wer steht auf der Bühne und wer macht was: Lead-Gesang, Gitarre plus Backing Vocals, Drums und so weiter. Nenne Besonderheiten wie Risers (erhöhte Bühnenteile für Drums oder Bläser) und wie viel Platz du brauchst.

3. Die Inputliste (Channel List)

Das ist das Herzstück deines Technical Riders. Die Inputliste — auch Channel List genannt — sagt dem Techniker genau, welche Signalquellen am Mischpult ankommen, Kanal für Kanal. Auf einen Blick ist klar, wie viele Kanäle du brauchst.

Eine gute Inputliste enthält pro Kanal mindestens diese Angaben: die Kanalnummer, die Quelle (Instrument oder Stimme), deine Mikrofon- oder DI-Präferenz, das Stativ (hoch, niedrig oder Klemme), ob +48V Phantomspeisung nötig ist, und eventuelle Anmerkungen.

Phantomspeisung (+48V) ist der Strom, den das Mischpult über das XLR-Kabel an das Mikrofon sendet. Kondensatormikrofone (oft für Overheads, Hi-Hat und akustische Instrumente verwendet) brauchen sie zum Funktionieren. Dynamische Mikrofone (wie das klassische SM57 und SM58) brauchen sie nicht und werden dadurch auch nicht beschädigt.

Eine DI-Box (Direct Inject) wandelt ein Instrumentensignal — Bass, Keys, akustische Gitarre — in ein symmetrisches Signal um, das das Mischpult sauber verarbeiten kann. Eine aktive DI-Box braucht selbst +48V; eine passive nicht.

4. Der Bühnenplan (Stage Plot)

Der Bühnenplan ist die visuelle Draufsicht deines Bühnenaufbaus. Darauf steht:

5. Monitoring

Beim Monitoring geht es darum, was die Musiker selbst auf der Bühne hören. Gib an: Wedges oder In-Ears, wie viele separate Mixe du brauchst und wer was hört. Geh von deiner Idealsituation aus ("vier Mixe: Gesang, Gitarre, Drums, Bass") — der Techniker übersetzt das in das, was vor Ort möglich ist.

6. Backline

Backline sind die großen Instrumente und Verstärker auf der Bühne: Schlagzeug, Gitarren- und Bassverstärker, Keyboardständer. Mach klar, was ihr selbst mitbringt und was du von der Veranstaltungsstätte erwartest. Missverständnisse hier sind ein klassischer Stolperstein.

7. Strom (Starkstrom)

Oft vergessen, oft ein Problem. Gib an, wo auf der Bühne du Stromanschlüsse brauchst und wie viele. Bei größeren Produktionen kann Starkstrom (CEE, 16A oder 32A) statt normaler 230V-Anschlüsse nötig sein.

8. Aufbau- und Soundcheck-Zeit

Wie viel Zeit brauchst du zum Aufbauen und Einchecken? Ein akustisches Duo ist in 20 Minuten fertig; eine siebenköpfige Band mit Bläsern braucht deutlich mehr.

Beispiel: Inputliste einer 5-köpfigen Coverband

So sieht eine realistische Inputliste für eine Band mit Drums, Bass, zwei Gitarren, Keys und drei Sängern aus:

15 Kanäle — ein guter Richtwert für eine komplette Coverband. Ein akustisches Duo kommt oft mit 4-6 Kanälen aus; eine Band mit Bläsern erreicht schnell 20+.

Welches Mikrofon wählst du? (Preferred Mics)

Du gibst eine Präferenz an — keine Forderung. Eine gute Veranstaltungsstätte hat passende Alternativen; es geht darum, dass der Techniker deine Idee kennt. Eine gängige Richtlinie:

Tipp: Schreibe nicht zu streng diverse Marken vor. "SM57 oder gleichwertig" funktioniert besser als eine lange Markenliste, die die Veranstaltungsstätte vielleicht nicht hat.

Die 5 häufigsten Fehler in einem Technical Rider

  1. Eine veraltete PDF verschicken. Du änderst dein Setup, aber die Veranstaltungsstätte hat noch die Version von vor drei Monaten.
  2. Zu vage sein. "Etwas Drums und etwas Gesang" sagt nichts. Sei konkret bei Kanälen und Monitoring.
  3. Keine Kontaktdaten. Wenn der Techniker eine Frage hat und niemanden erreicht, hast du das Nachsehen.
  4. Unrealistische Forderungen. Acht Monitor-Mixe für einen Kneipenauftritt sind kontraproduktiv.
  5. Strom vergessen. Das klassische Versäumnis im Bühnenplan.

Technical Rider versus Hospitality Rider

Kurz gesagt: Der Technical Rider behandelt Sound, Bühne und Strom. Der Hospitality Rider behandelt Catering, Garderobe und Backstage. Halte sie getrennt (auch wenn sie in einem Dokument stehen dürfen) — der Techniker muss nicht wissen, welches Bier du trinkst, und der Caterer nicht, wie viele Monitor-Mixe du willst.

Wie erstellst du einen Technical Rider?

Du kannst es von Hand in Word oder einem Zeichenprogramm machen — aber einen Bühnenplan nachzuzeichnen und eine Inputliste zu pflegen ist mühsam, und bei jeder Setup-Änderung fängst du von vorn an.

Schneller geht es mit einem Tool wie Stageplot: Du ziehst deine Instrumente auf die Bühne, deine Inputliste wird automatisch aufgebaut, und du exportierst mit einem Klick als PDF oder Word. Der größte Vorteil: Du teilst deinen Rider über einen Live-Link, der immer aktuell ist — änderst du morgens noch etwas, sieht die Veranstaltungsstätte bei Ankunft sofort die richtige Version, nicht den Anhang von vor drei Tagen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Technical Rider und einem Bühnenplan?

Der Bühnenplan (die Draufsicht deines Aufbaus) ist ein Bestandteil des Technical Riders. Der Rider ist das komplette Dokument; der Bühnenplan ist die Zeichnung darin.

Brauche ich einen Technical Rider, wenn ich meinen eigenen Tontechniker mitbringe?

Ja. Auch dann hilft es der Veranstaltungsstätte zu wissen, wie viele Kanäle und wie viel Strom du brauchst und ob du ein digitales oder analoges Mischpult erwartest.

Wie viele Kanäle braucht eine durchschnittliche Band?

Ein akustisches Duo: 4-6. Eine komplette Coverband mit Drums: etwa 15-16. Eine Band mit Bläsern oder Percussion: 20+.

Was ist Phantomspeisung (+48V)?

Strom, den das Mischpult über das XLR-Kabel an das Mikrofon sendet. Kondensatormikrofone und aktive DI-Boxen brauchen sie; dynamische Mikrofone nicht.

Was ist eine DI-Box?

Eine kleine Box, die ein Instrumentensignal (Bass, Keys, akustische Gitarre) in ein symmetrisches Signal für das Mischpult umwandelt.

Bereit, deinen eigenen Rider zu erstellen? Erstelle kostenlos deinen Bühnenplan und deine Channel List.